Jeder Krieg kostet Menschenleben. Aber während die einen alles verlieren, verdienen andere Milliarden. Die Zahlen zeigen: Konflikt ist für einen ganzen Industriezweig ein tragfähiges Geschäftsmodell. Ein Blick darauf, wer wirklich profitiert.

Rekord-Militärausgaben

Die weltweiten Militärausgaben erreichten 2024 rund 2,7 Billionen Dollar — laut SIPRI ein Anstieg von etwa 9,4 Prozent und damit der steilste Zuwachs seit Jahren. Das sind umgerechnet rund 86.000 Dollar pro Sekunde, die weltweit in Verteidigung fließen.

Die Konzerne kassieren Rekordumsätze

Die 100 größten Rüstungskonzerne setzten zusammen etwa 679 Milliarden Dollar um — ein neuer Rekord. Was für die einen eine Tragödie ist, taucht bei den anderen als Umsatzplus in der Bilanz auf.

Aktienkurse seit dem Ukraine-Krieg

An der Börse hat sich die Nachfrage direkt niedergeschlagen. Seit der russischen Invasion in die Ukraine legten die Aktien der großen Rüstungshersteller deutlich zu — während der breite Markt kaum stieg:

  • Northrop Grumman: rund +37 Prozent
  • General Dynamics: rund +26 Prozent
  • Lockheed Martin: rund +24 Prozent

Lockheed Martin schüttete im selben Jahr der Kriegsbilder rund 11 Milliarden Dollar an seine Aktionäre aus — über Aktienrückkäufe und Dividenden.

Die eigentliche Frage

Wenn ein ganzer Wirtschaftszweig strukturell davon profitiert, dass Konflikte weitergehen, dann stellt sich eine unbequeme Frage: Wer hat ein Interesse daran, dass ein Krieg nicht endet? Die Frage ist dabei nicht, ob es solche Interessen gibt — sondern wie stark sie wiegen.

Quellen

  • SIPRI: Trends in World Military Expenditure 2024 (~2,718 Bio $, +9,4 %)
  • SIPRI: Top-100 Arms-Producing Companies (Rekordumsatz ~679 Mrd $)
  • Responsible Statecraft / The Conversation / Global Times: Rüstungsaktien-Gewinne seit Ukraine-Invasion
  • Geschäftsbericht Lockheed Martin 2022: ~11 Mrd $ an Aktionäre (Buybacks + Dividenden)

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