Der allgemeine Verbraucherpreisindex ist seit 2020 um rund 22 % gestiegen — die Lebensmittelpreise aber um etwa 33 %. Das sind rund 50 % mehr als die offizielle Inflation. Warum wird ausgerechnet dein Kassenbon schneller teurer als alles andere?

Lebensmittel ziehen stärker an

Nahrungsmittel verteuern sich deutlich schneller als der Durchschnitt aller Waren. Besonders spürbar bei Obst, Gemüse, Fleisch und Milch — genau den Dingen, die jede Woche im Einkaufswagen landen.

Ein Teil ist echt

Ein Teil des Anstiegs hat handfeste Gründe: höhere Energiekosten, gestörte Lieferketten und schlechte Ernten treiben die Preise real nach oben. Das lässt sich nicht wegdiskutieren.

Aber nicht alles

EZB und IWF zeigen für den Euroraum 2022–23: Ein erheblicher Teil der Inflation ging auf gestiegene Gewinne zurück, nicht nur auf gestiegene Kosten. Preise stiegen also stärker, als die reinen Kosten es erklären.

  • Mitnahme-Effekt: Wenn ohnehin alle die Preise erhöhen, legen manche still noch etwas für die eigene Marge drauf.
  • Shrinkflation: gleicher Preis, aber weniger Inhalt in der Packung — die versteckte Erhöhung.
  • Niemand kontrolliert das systematisch: Es gibt keine offizielle Stelle, die diese stillen Aufschläge überwacht.

Was es braucht

Transparenz statt stiller Aufschläge. Wer sehen kann, wo echte Kosten enden und Marge beginnt, lässt sich schwerer abkassieren.

Quellen

  • Destatis — Preisentwicklung Nahrungsmittel (+32,8 % seit 2020); allg. VPI ~22 %.
  • EZB / IWF — Profit-Anteil an der Inflation 2022–23 (Euroraum).
  • foodwatch-Reel (Inspiration: Kassenbon-Vergleich, Mitnahmeeffekte, Forderung Preisbeobachtung).

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